Eine Stadt-Land-Brücke
- Marc Baumeler
- 7. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. März
Stadt und Land gehören zusammen – und genau dort sehe ich meine politische Aufgabe. Ich lebe in der Stadt und arbeite auf dem Land: Ich kenne die Chancen, die Ressourcen, aber auch die Spannungsfelder und Missverständnisse, die es zwischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen gibt. Diese doppelte Perspektive ist kein Zufall, sondern prägt meinen Alltag – und sie macht mich zu einem glaubwürdigen Brückenbauer im Grossen Rat.

In meiner täglichen Arbeit erlebe ich, wie verletzlich die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist. Hausarztpraxen finden keine Nachfolge, spezialisierte Angebote verschwinden, Wege werden länger – gerade für Familien, Kinder und ältere Menschen. In der Stadt stehen mehr Angebote zur Verfügung, aber sie sind nicht für alle gleich gut zugänglich, sei es aus finanziellen, sprachlichen oder sozialen Gründen.
Ich will, dass Stadt und Land im Gesundheitsbereich nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen regionale Versorgungsnetze, in denen städtische Ressourcen und ländliche Bedürfnisse zusammengedacht werden: integrierte Angebote, mobile Dienste, telemedizinische Lösungen und psychosoziale Unterstützung dort, wo Menschen leben – nicht nur dort, wo es am meisten rentiert. Dafür will ich mich im Grossen Rat einsetzen.
Kindesschutz als gemeinsame Verantwortung
Beim Kindesschutz zeigt sich besonders deutlich, wie eng Stadt und Land verbunden sind. Belastete Familien, stark geforderte Schulen, fehlende Angebote – diese Probleme gibt es überall, sie sehen nur je nach Region anders aus. Auf dem Land fehlen oft spezialisierte Dienste, in der Stadt sind die Systeme teilweise am Anschlag.
Als Fachperson, die mit Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugssystemen arbeitet, weiss ich: Wir brauchen funktionierende Netzwerke zwischen Schulen, Sozialdiensten, Gesundheitsversorgung und Justiz – und zwar kantonsweit. Ich will, dass der Kanton Bern noch stärkere Rahmenbedingungen schafft, die sowohl städtischen wie ländlichen Gemeinden ermöglichen, Kinder wirksam zu schützen: mit klaren Zuständigkeiten, genügend Ressourcen und gut abgestimmter Zusammenarbeit.
Volksschulbildung und der duale Weg
Die Volksschule ist das Fundament unserer Gesellschaft – und der Startpunkt für den schweizerischen dualen Bildungsweg, der für mich nicht verhandelbar ist. Ob in der Stadt oder auf dem Land: Kinder haben Anspruch auf gute Schulen, genügend Unterstützung bei Belastungen und faire Chancen, ihren Weg zu machen – sei es über eine Lehre, eine Fachmittelschule oder über eine Hochschule.
Ich setze mich klar für den dualen Weg ein, weil er verbindet, was unsere Gesellschaft stark macht: Praxis und Theorie, Beruf und Allgemeinbildung, Wirtschaft und Schule. In ländlichen Regionen ist die Lehre oft besonders fest verankert, in der Stadt gibt es eine grössere Vielfalt an Bildungswegen – beides ist wertvoll. Politik muss dafür sorgen, dass Lehrbetriebe genügend Unterstützung erhalten, die Berufsberatung gestärkt wird und Jugendliche mit Schwierigkeiten nicht durchs Netz fallen. Stadt und Land profitieren gemeinsam von einem starken, durchlässigen Bildungssystem.
Weshalb ich der Richtige für die Stadt-Land-Brücke bin
Ich kenne das Leben in der Stadt und die Realität auf dem Land nicht aus der Distanz, sondern aus eigener Erfahrung. Ich weiss, wie es ist, am Morgen ins Emmental zu fahren und am Abend in die Stadt zurückzukehren. Ich kenne die Sorgen der Gemeinden, die um ihre Grundversorgung kämpfen, und ich kenne die Herausforderungen einer Stadt, die wachsen, integrieren und zusammenhalten muss.
Genau diese Doppelperspektive will ich in den Grossen Rat einbringen:
als jemand, der im Gesundheitswesen und im Kindesschutz arbeitet
als jemand, der sich mit Herzblut für eine starke Volksschule und den dualen Bildungsweg einsetzt
als jemand, der überzeugt ist, dass wir die grossen Fragen unserer Zeit nur gemeinsam lösen: Stadt und Land, nicht Stadt gegen Land.
Ich kandidiere, weil ich Brücken bauen will – nicht nur in Reden, sondern in konkreten politischen Entscheiden. Wenn ihr eine Stimme im Grossen Rat wollt, die beide Realitäten kennt und verbinden will, freue ich mich über eure Unterstützung.


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